Im ersten Teil dieses Artikels bin ich auf grundsätzliche strategische Überlegungen und die Schaffung einer Absicherungsstrategie in Form eines Risiko-Kontrollplans eingegangen. Dieser Plan, als Risiko- und Moneymanagement wichtiger – vielleicht sogar WICHTIGSTER – Bestandteil deiner Strategie, sichert dein Überleben am Markt.

In diesem Beitrag soll es nun um Themen gehen, die deinen Workflow und die Praxis deines Tradings betreffen. Weiter geht’s bei Schritt 4:

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■ Schritt 4: Schaffe dir eine Planungs-Routine

In der Vorbereitung deiner Trades geht es darum, die Märkte zu analysieren und deine Aktionen zu planen. Wenn du dir hierbei ein systematisches Vorgehen aneignest, vermeidest du zwei schwere Fehler:

  • einen wichtigen Schritt in Analyse und Planung zu vergessen

  • die selbe Arbeit doppelt auszuführen

Erfasse also zunächst genau, welche Schritte im einzelnen nötig sind und erstelle einen Ablaufplan dieser Schritte. Dabei ist es ratsam, einen Top-Down Ansatz zu verfolgen, also vom “Groben” ins Detail.

Journal, tagebuch, Wochenplan

Ich erläutere das anhand eines Beispiels aus meinem Trading:

① Wochenplanung

Die fundamentale Grundlage meines Handels ist der COT-Report. Dieser Bericht wird Freitag (ca. 21:30 MEZ) auf der Website der CFTC veröffentlicht. Nach dem Download analysiere ich den Bericht mit dem Blick auf etwa 40 Märkte nach einem bestimmten Schema. Ziel ist es, Signale zu erkennen, die erste Anhaltspunkte für einen Long- oder Shorttrade in den Märkten liefern.

Diese Signale werden dann in kleinerem Timeframe (Tageschart) gegengecheckt und hinsichtlich ihrer Relevanz bewertet. Aus der Trendanalyse in Verbindung mit einigen wenigen Indikatoren ergibt sich dann im günstigsten Fall eine Tradinggelegenheit, die hinsichtlich Einstiegszeitpunkt, Stop-Loss und Tradingziel ausgearbeitet und geplant wird.

Außerdem werden Märkte gecheckt, die aus der Vorwoche noch auf der Watchlist verblieben sind.

② Tagesplanung

Aus der Wochenplanung resultiert ein Handelsplan für die Folgewoche. Diesen Plan gilt es jetzt umzusetzen. Meine täglichen Arbeiten lassen sich ebenfalls in Form einer Ablaufroutine darstellen.

Ich checke täglich

  • meine offenen Positionen: wie hat sich der Markt entwickelt? Müssen Stopps nachgezogen werden, läuft der Markt in meine Richtung oder wendet er sich gegen mich? Muss ich deshalb eine Position vorzeitig schließen oder setze ich den Stopp enger und versuche, günstig (bzw. Break-Even) aus der Position zu kommen?

  • die Märkte auf der Watchlist bzw. die im Markt befindlichen Orders: hat mein Plan Bestand, kann ich eine neue Order in den Markt legen, ist es evtl. vergebens und ich kann eine im Markt liegende Order löschen?

Sowohl Wochen- als auch Tagesplanung lassen sich als schematisierte Ablaufroutinen festlegen. Ich verfüge über ein Modell, ähnlich dem Programm-Ablaufplan eines Programmierers. Das Abarbeiten dieses Schemas ist pure Routine.

■ Schritt 5: Erstelle eine Checkliste

Die Checkliste ist der direkte Ausfluss meiner Planungsroutine. Sie ist Gedankenstütze und Protokoll meiner Analyse der Märkte. In Form einer Tabelle (“Spreadsheet”, z.B. Libre Office Calc) liste ich die zu checkenden Punkte auf und trage meine Ergebnisse ein. Die Checkliste erfasst alle Informationen meiner Wochenanalyse und dient dann als Grundlage meiner täglichen Routinen.

Muster einer Checkliste
🔍 Klick zum Zoom auf das Bild

■ Schritt 6: Führe ein Tradingjournal

Mit dem Stichwort “Tradingjournal” komme ich zum wichtigsten Handwerkszeug des erfolgreichen Traders. Dieses Tagebuch ist nicht nur ein wichtiges Nachschlagewerk, sondern dient dir auch als Lern- und Arbeitsunterlage für dein Entwicklung im Trading.

WIE du dein Tradingjournal führst, bleibt ganz dir überlassen, wichtig ist nur, DASS du es führst – und zwar gewissenhaft und regelmäßig. Du kannst es mit Hilfe deines Computers erstellen, beginnend mit einer einfachen Textdatei in Libre Office oder Google Docs bis hin zu einem ausgefeilten Dokumentations-System (es gibt sicherlich auch fertige Apps und Systeme dafür) oder du legst dir ein schickes Tagebuch zu und schreibst da täglich was rein.

Ich persönlich liebe es, wirklich handschriftliche Notizen zu verfassen. Allerdings funktioniert das Ganze nur in Verbindung mit elektronischen Notizen, da Screenshots und Tabellen ein wesentlicher Bestandteil des Tradingjournal sein sollen. Dazu gleich mehr.

Seinen Sinn erfüllt ein Tradingjournal erst, wenn es wirklich regelmäßig geführt wird – also nicht nur dann, wenn du in einem Markt engagiert bist und einen Trade laufen hast, sondern auch, wenn du in keiner Position aktiv bist.

Was gehört in das Tradingjournal?

① Deine Handelsvorbereitung

Neben wichtigen Hintergrundinformationen zum aktuellen Marktgeschehen und den Ergebnissen deiner Marktanalysen erfasst du deine Gründe für einen Einstieg (oder Nicht-Einstieg), und zwar zeitnah. So kannst du nachvollziehen, ob bestimmte Situationen immer wieder auftreten und zu Trades oder Rückziehern aus dem Markt führen (du solltest auch die Entwicklung abgelehnter Trades kurz skizzieren, um zu erkennen, ob deine Entscheidung GEGEN den Trade korrekt war).

Hierbei ist es ganz wichtig, dass du auch deine augenblickliche Gemütsverfassung und Stimmung wahrheitsgemäß (ganz schön schwierig, ich weiß) protokollierst. So kannst du dich selbst überwachen und hoffentlich verhindern, in bestimmten mentalen Zuständen ins Verderben zu laufen.

② Der Handelsverlauf

Natürlich plottest du alle Aktionen am Markt mit, auch deine Überlegungen, die zu diesen Aktionen geführt haben. Auch hier ist es wichtig, dich selbst zu beobachten und deine Emotionen, dein Umfeld und den Markt zu beschreiben. Allein das bewusste Niederschreiben deiner Handelsentscheidungen kann dir wichtige Hinweise auf bestimmte Angewohnheiten und tief verwurzelte Handlungsschemata geben und dich evtl. vor der einen oder anderen Dummheit bewahren.

③ Kommentare zum Ausstieg aus einer Position

Wenn du eine Position schließt oder ausgestoppt wirst, schreib nieder, wann, bei welchem Kurs, warum. Und analysiere anschließend deinen Trade. Dazu noch ein paar Gedanken im letzten Schritt.

Wichtig ist hierbei, dein Tradingjournal mit Diagrammen, Charts, Screenshots und evtl. Tabellen mit Kursverläufen und bemerkenswerten Daten zu ergänzen.

■ Schritt 7: Analysiere deinen Handel

Analyse deiner Trades

Die Analyse deiner Trades bildet den Abschluss deiner Handelstätigkeit. Ein Trade, egal,ob positiv oder negativ zu Ende gebracht, ist ein verlorener Trade, wenn du ihn nicht einer Analyse unterziehst. Nur so kannst du auch aus Minustrades Gewinn schöpfen.

Analysiere den aktuellen Trade

Dabei solltest du zunächst den Trade als solches einer Überprüfung unterziehen. Die wichtigste Frage hierbei muss sein: “Habe ich mich an meine Prinzipien gehalten?” Hast du dich an deine Strategie gehalten, an die Risikomanagement, an deinen Plan oder bist du davon abgewichen? Und wenn ja, warum?

Suche die Gründe dafür, wenn etwas schief gelaufen ist – und suche sie dort, wo sie aufgetreten sind: bei dir und deinem Handeln, NICHT am Markt. “DEM MARKT” ist es nämlich gelinde gesagt schnurzegal, wie du dich verhältst (genau wie es auch dem Ozean egal ist, ob du eigentlich schwimmen kannst, wenn du auf deinem Surfbrett der nächsten Welle entgegen paddelst).

Vergiss aber auch nicht, deine Selbstzufriedenheit zu stärken, wenn du alles richtig gemacht und einen guten Gewinn “nach Hause gebracht” hast.

Segmentiere deine Trades

Die zweite Aufgabe muss dann sein, deine Trades zu segmentieren. Was ist damit gemeint?

Bilde Kategorien, in die du jeden Trade “einsortierst”. Am einfachsten z.B. nach Long- und Shorttrades, Korrektur- oder Impulseinstiegen, bestimmten Märkten oder Trends. Berücksichtige dabei auch den Wochentag, die Kalenderwoche oder vielleicht sogar das Wetter und deine damit verbundene Stimmung.

Auf diese Art und Weise kannst du deine Trading-Verhaltensmuster erkennen. Du erfährst, in welchen Märkten du erfolgreich bist oder in welchen du vorsichtig sein solltest. Deine Analyse deckt Fehler auf, die dir immer wieder unterlaufen und kannst “blinde Flecke” ausmachen: Tatsachen, die du nicht gesehen hast (bzw. sehen wolltest), obwohl sie vielleicht zu offensichtlich waren.

Natürlich, wie im vorigen Punkt bereits angesprochen, ist diese Analyse ebenfalls elementarer Bestandteil deines Tradingjournals! 

Das Thema Tradingjournal  ist von so essentieller Bedeutung für dein Handeln, dass ich ihm einen eigenen Beitrag widmen werde.

Dranbleiben! es geht bald weiter!


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Bildquellen: Pixabay, Checkliste: eigener Screenshot

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