Futureskontrakte haben eine begrenzte Lebensdauer. Was passiert am Verfallsdatum, wenn der Kontrakt ausläuft? Kommt es zwangsläufig zu einer Lieferung? Welche Optionen haben die Futureshändler?

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Vertragsablauf

Das Ablaufdatum (Expirations Date) eines Vertrags ist der letzte Tag, an dem man diesen Vertrag handeln kann. Dies tritt normalerweise am dritten Freitag des Verfallsmonats auf, variiert jedoch je nach Vertrag. Die exakten Verfallsdaten findest du z.B. hier→.

Hinsichtlich des Ablaufs seines Kontrakts hat ein Futures-Trader grundsätzlich drei Optionen:

  • Offset
  • Rollover
  • Settlement

OFFSET (Ausgleich der Position)

Eine Position zu verrechnen oder auszugleichen ist die übliche und einfachste Methode, einen Trade zu beenden. Bei der Verrechnung einer Position ist ein Händler in der Lage, alle Gewinne oder Verluste, die mit dieser Position verbunden sind, zu realisieren, ohne die physische oder Barlieferung des Vermögenswerts zu tätigen.

Um eine Position auszugleichen, muss der Trader eine entgegengesetzte und gleiche Transaktion abschließen, um den Handel zu neutralisieren. Zum Beispiel muss also z.B. ein Händler, der zwei im September auslaufende Long-Kontrakte im Crude Oil hält, zwei Crude-Oil-Kontrakte verkaufen, die am selben Tag ablaufen. Der Preisunterschied zwischen seiner ursprünglichen Position und der Offset-Position entspricht dem Gewinn oder Verlust des Handels.

ROLLOVER (Rollen der Position)

Rollover bedeutet, dass ein Händler seine Position von einem „Front-Monats“-Kontrakt zu einem anderen, zukünftigen Kontrakt verschiebt. Der Händler entscheidet, wann er in den neuen Vertrag wechselt, indem er das Volumen des auslaufenden Vertrags und das des nachfolgenden beobachtet. Der Trader, der seinen Vertrag rollt, wird sich entscheiden, zum nächsten Monat zu wechseln, wenn das Volumen in diesem Kontrakt ein bestimmtes Niveau erreicht hat.

Beim Rollen wird ein Händler gleichzeitig seine aktuelle Position ausgleichen und in einem nächsten Vertragsmonat eine neue Position aufbauen. Zum Beispiel wird ein Händler, der über vier Corn-Futures-Kontrakte verfügt, die im September auslaufen, gleichzeitig vier September-Corn-Kontrakte verkaufen und vier December- oder weitere Corn-Kontrakte kaufen.

Achtung: Der Trader muss jedoch bereits eine gewisse Zeit vor dem Verfalldatum aktiv werden. Abhängig vom Kontrakt, den er handelt, muss er nämlich den sogenannten First Notice Date beachten. Dieser liegt z.B. bei den meisten Grains 14 Tage vor dem Expirations Date. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss er seinen Kontrakt gerollt haben, sonst wird sein Broker den selben automatisch schließen. Die First Notice Dates der Kontrakte finden sich hier→ 

SETTLEMENT

Wenn ein Händler seine Position vor Vertragsablauf nicht verrechnet oder gerollt hat, läuft der Vertrag aus und es kommt zum Settlement. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Händler mit einer Short-Position verpflichtet, den Basiswert gemäß den Bedingungen des ursprünglichen Kontrakts zu liefern. Der Gegenpart ist zur Abnahme verpflichtet.

Bei einigen Verträgen erfolgt diese Lieferung in Form einer physischen Lieferung der zugrunde liegenden Ware. Zum Beispiel wird ein Nahrungsmittelproduzent, der Getreide kaufen möchte, die physische Lieferung von Mais oder Weizen benötigen, und ein Landwirt wird sein Getreide an diesen Produzenten liefern. Obwohl die physische Lieferung ein wichtiger Mechanismus für bestimmte Energie-, Metall- und Landwirtschaftsprodukte ist, wird nur ein kleiner Prozentsatz aller Warenterminkontrakte tatsächlich physisch geliefert.

In den meisten Fällen erfolgt die Lieferung nämlich in Form eines Barausgleichs (Cash Settlement). Wenn ein Vertrag in bar abgewickelt wird, erfolgt die Abrechnung in Form einer Gut- oder Lastschrift, die zum Zeitpunkt des Vertragsablaufs für den Wert des Vertrags geleistet wird. Die am häufigsten in bar abgewickelten Produkte sind Aktienindex- und Zinsfutures, auch Edelmetalle, Devisen und einige landwirtschaftliche Produkte werden normalerweise in bar abgerechnet.

Du hast die Wahl, was zu tun ist, wenn es zum Ablauf deiner Futures-Positionen kommt. Zu wissen, wie du deine Trades rund um Rollover und Exit verwalten möchtest, ist wichtig, da es sich direkt auf das Ergebnis der Trades auswirkt. Beachte, dass dein Broker deine Position automatisch schließen wird um zu verhindern, dass es zu einer physischen Lieferung kommt. Du solltes also schon vorher aktiv werden, um zu verhindern, dass du zu einem ungünstigen Zeitpunkt aus dem Markt genommen wirst.

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