Die Diskussion der Marktakteure zeigt, dass viele Informationen und Erkenntnisse aus den COT-Daten abgeleitet werden können, vorausgesetzt, sie werden korrekt analysiert und verstanden. Das Problem besteht nämlich darin, dass Trader sie oft betrachten und verwenden, als ob es sich um einen herkömmlichen technischen Indikator handelt. Aber so funktioniert es nicht.

Viele Trader wissen zunächst sehr wenig über die Grundlagen, die die Rohstoffpreise beeinflussen und ihre Entscheidung, Fundamentaldaten zu ignorieren, ist auch ein Hauptgrund dafür, dass sie keinen Gewinn erzielen.

Fundamentaldaten sind für die Märkte von entscheidender Bedeutung. Obwohl die Preise die Fundamentaldaten widerspiegeln, zeigt das Preisverhalten allein aber noch nicht die Richtung des Marktes. Die Preisstruktur und die technische Analyse der Preisdaten können nur Aufschluss darüber geben, wo sich der Markt befunden hat.

Das Auf und Ab der Märkte

In einem vollkommenen (idealen) Markt befinden sich Angebot und Nachfrage einer bestimmten Ware im Gleichgewicht. Das Angebot eines bestimmten Rohstoffs durch die Produzenten würde gerade ausreichen, um die Nachfrage der Verbraucher zu befriedigen. Die Preise wären stabil. In der realen Welt gerät der Markt jedoch aufgrund von Angebots- oder Nachfrageschwankungen aus dem Gleichgewicht, und die Preise werden instabil, steigen oder fallen, je nach Marktbedingungen.

Diese Preisbewegungen locken Spekulanten in den Markt. Spekulanten kaufen oder verkaufen in Abhängigkeit vom wahrgenommenen Ungleichgewicht. Das kann dann dazu führen, dass die Preise weiter steigen oder fallen. Letztendlich wird diese Aktivität jedoch dazu beitragen, den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Preise werden entweder hoch genug steigen, um zusätzliche Produktion anzureizen (wodurch Lieferengpässe verringert werden), oder weit genug fallen, um zusätzliche Nachfrage zu generieren bzw. die Produktion als unrentabel zu drosseln.

Dieses Auf und Ab der Fundamentaldaten lässt sich anhand einer sorgfältigen Untersuchung der COT-Daten ablesen, da diese sich auf die Aktivität im Zeitverlauf beziehen. Da sie zeigen, was die Commercials – also die wichtigsten Produzenten und Konsumenten eines Rohstoffs – tun, ist es wichtig, die Dynamik eines bestimmten Marktes zu verstehen.

Die Dynamik der Märkte

Eine Analyse der Märkte zeigt, dass die großen Bewegungen immer dann auftreten, wenn ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage besteht. Die aktuelle Aktivität auf dem Markt (Kaufen und Verkaufen) bestimmt den Preis. Der Markt neigt dazu, gegenwärtige Bedingungen auszugleichen und sich an zukünftige Bedingungen anzupassen. Es ist also zu erwarten, dass die Produzenten und Abnehmer der Rohstoffe Anpassungen vornehmen, um wahrgenommene Änderungen von Angebot und Nachfrage im Voraus auszugleichen. Diese Anpassungen können sich am Terminmarkt vor Engpässen und Überangebot. aber auch vor ungewöhnlichen Veränderungen der Nachfrage bemerkbar machen.

Die Commercials können häufig eine Änderung der Marktverhältnisse feststellen, lange bevor die Öffentlichkeit eine tatsächliche Verschlechterung der Nachfrage oder des Angebots bemerkt. Dieser Mangel allgemeiner Erkenntnis ist mehr oder weniger auf mangelndes Interesse zum richtigen Zeitpunkt zurückzuführen. Warum? Die Masse tendiert eher dazu, nachzulaufen als zu vorauszudenken.

Bis die Öffentlichkeit endlich reagiert, hat sich der Markt oft schon ein gutes Stück bewegt. Die Öffentlichkeit (über die Medien) konzentriert sich in der Regel auf aktuelle Ereignisse und nicht auf zukünftig zu erwartende Bedingungen. Und Nachrichten konzentrieren sich immer auf das, was gerade passiert. Die Nachrichten von heute werden jedoch niemandem dabei helfen, Trends am Markt zu erkennen. Die großen kommerziellen Marktteilnehmer konzentrieren sich dagegen auf die künftig zu erwartenden Bedingungen. Sobald dann eine tatsächliche Störung von Angebot oder Nachfrage eingetreten ist und in den Nachrichten auftaucht, haben die Commercials ihre Positionen am Markt längst angepasst.

Was beeinflusst die Preise?

Rohstoffpreise werden durch Angebots- und Nachfragefaktoren bestimmt. Wenn Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sind, sind die Rohstoffpreise stabil. Wenn Angebot und Nachfrage aus dem Gleichgewicht geraten, reagieren die Preise und erleben möglicherweise eine Phase des Booms oder der Pleite.

Es gibt zahlreiche fundamentale Einflüsse, die Angebot und Nachfrage für eine bestimmte Ware beeinflussen können. Viele dieser Einflüsse sind nicht kontrollierbar und können schwer vorhergesagt werden (z. B. das Wetter). Aus diesem Grund sind Rohstoffhändler oft der Ansicht, dass die Wettbewerbsbedingungen für Rohstoffe gerechter sind als für Aktien.

Wir müssen uns zum Beispiel keine Sorgen machen, dass korrupte Insider das Wetter manipulieren, weil niemand das Wetter kontrollieren kann. Ungünstige Wetterbedingungen wie Hurrikane, Dürren usw. können einen großen Einfluss auf Rohstoffe haben. Es gibt zahlreiche andere fundamentale Einflüsse auf die Rohstoffpreise, die außerhalb unserer Kontrolle liegen.

Auch den Regierungen stehen einige Mittel zur Verfügung, den Markt zu manipulieren (z. B. die Freigabe strategischer Ölreserven, Goldreserven, Währungsreserven usw.). Sie verfügen auch über Instrumente wie Landwirtschaftsprogramme, Rationierung usw., mit denen sie Angebot und Nachfrage steuern können. Die Regierung kann sogar Waren (z. B. Weizen) vernichten, wenn das Angebot zu groß wird, wodurch das Angebot verringert wird.

Diese Instrumente stehen den Regierungen seit Jahren zur Verfügung. Viele dieser Eingriffe sind jedoch nur von kurzer Dauer. Und: da die Welt immer vernetzter und die Märkte dadurch liquider werden, werden auch die Einflussmöglichkeiten einer Regierung immer geringer.

Zu dem Thema gibt es ein kurzes Video von mir:

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