„Bei dem Stichwort Geldanlage denken die meisten Menschen an Aktien und Anleihen. Das ist traditionelles Denken. Ihnen ist nicht bewusst, dass an den Rohstoffmärkten täglich fünfmal so viele Dollars den Besitzer wechseln wie am Aktien- und Anleihenmarkt.“

Larry Williams: Aktien und Rohstoffe erfolgreich traden

Was wird an diesen Rohstoffmärkten gehandelt?
Antwort: Futures!

Was sind nun diese Futures? Streng genommen sind Futures Kaufverträge, die an einer Börse abgeschlossen werden. Wikipedia® sagt hierzu:

Mit Terminkontrakt oder Future (englisch futures contract oder nur futures) wird die börsengehandelte Form eines unbedingten Termingeschäfts bezeichnet. Die nicht börsengehandelte Form bezeichnet man im Unterschied dazu auch als Forward.

Ein Futureskontrakt (Terminkontrakt) ist also eine rechtsverbindliche Vereinbarung, eine Ware oder ein Finanzinstrument

  • irgendwann in der Zukunft
  • zu einem zum Zeitpunkt des Handels verein­barten Preis

zu kaufen oder zu verkaufen.

Wikipedia® sagt weiter:

Ein Terminkontrakt ist im Wesentlichen charakterisiert durch

  • einen genau bestimmten Vertragsgegenstand (Basiswert)
  • die Menge (Kontraktgröße) und Qualität des zugrunde liegenden Vertragsgegenstandes
  • einen bei Vertragsabschluss festgelegten Kaufpreis des zugrunde liegenden Vertragsgegenstandes
  • einen fixen Erfüllungs­zeitpunkt in der Zukunft (Termin) und
  • die Art der Erfüllung (Lieferung des Vertragsgegenstandes gegen Zahlung des vereinbarten Preises oder Barausgleich).

Die Standardisierung ermöglicht einen transparenten Handel, geringe Handelskosten und einen leichten Marktzugang.

 

 

Tatsächlich findet die physische Lieferung der zugrunde lie­genden Ware selten statt. Termin­kontrakte sind dennoch gemäß den Lie­fer­spe­zi­fi­ka­tionen standardisiert. Es sind also im Grunde Kaufverträge, die Qualität, Quantität sowie Zeit und Ort einer möglichen Warenlieferung vereinbaren. Die einzige Variable ist der Preis, der durch den Han­delsprozess gebildet wird.

120 Tonnen Mais in der Garage?

Futureshändler scherzen manchmal darüber, dass gerade fünf LKW-Ladungen Sojabohnen in ihrem Vorgarten abgeladen werden. Obwohl das Potenzial einer Lieferung entschei­dend für die Verbindung von Cash-und Futures-Preise ist, führen in der Realität nur sehr wenige Futures-Kontrakte zu einer tasächlichen Lieferung. Als Trader musst du dir also keine Sorgen über die Lagerung der So­jabohnen im Vorgarten machen.

In weniger als in 2% aller Fälle kommt es tatsächlich zu einer Lieferung.

Die Lieferung auf Futures-Positionen wird am ersten Geschäftstag des Kontraktmonats fällig. In der Regel wird die älteste ausstehende Long- (Kauf)position ausgewählt, um der Verkaufsabsicht einer Short-Position (Verkaufsposition) zu entsprechen. Einige Futures-Kontrakte haben einen Cash-Sett­lement-Prozess; statt einer physischen Lieferung wird der Vertrag hier in Form einer Geldzahlung erfüllt. Wenn Sie zum Beispiel eine Position im Dow-Futures-Kontrakt bis zum Verfall gehalten haben, würden Sie einfach die endgültigen Gewinne aus dem Kontrakt erhalten (oder die Verlust bezahlen), basierend auf der Differenz zwischen dem Einstiegspreis und dem Schlussabrechnungspreis.

Die Standardisierung von Terminkontrakten bietet eine enorme Flexibilität. Da Futures-Kontrakte standardisiert sind, können Verkäufer und Käufer einen Kontrakt gegen einen anderen austauschen. Damit können sie ihre Verpflichtung zur Lieferung einer Ware oder eines Instruments, das dem Futures-Kontrakt zugrunde liegt, “ausgleichen”. Auf dem Futures-Markt entspricht dieser Ausgleich einer anderen Futures-Position, die der ursprünglichen Futures-Transaktion entgegengesetzt oder gleichgestellt ist.

Beispiel: wenn ein Händler einen Dezember CBOT Mini-Silber-Vertrag gekauft hat, muss er einen Dezember CBOT Mini-Silber-Vertrag verkaufen, bevor die Lieferverpflichtung aus dem Vertrag eintritt.

Ein Händler muss grundsätzlich bereit sein, die Lieferung der zugrunde liegenden Ware an­zunehmen wenn ein Fu­tures-Kontrakt nicht ausgeglichen wird. Terminkontrakte für die meisten physischen Rohstoffe, wie Getreide, verlangen von den Marktteilnehmern, dass sie ihre Kontrakte bei Ablauf halten, um die zugrunde liegende Ware zu übernehmen bzw. zu liefern. Es ist diese Verantwortung, eine Lieferung zu machen oder anzunehmen, die die Futures-Preise dazu zwingt, den tatsächlichen Barwert einer Ware widerzu­spiegeln.

Die meisten Futures-Händler gleichen ihre Kontrakte jedoch vorher aus. Ein Trader wird vor dem Ablaufdatum den Kontrakt rollend.h. er „stellt den aktuellen Kontrakt glatt“, geht also eine entgegesetzte Position in diesem Kontrakt ein. Danach eröffnet er eine neue, identische Position im Folgekontrakt. Da die beiden Kontrakte aber zu unterschiedlichen Preisen gehandelt werden, kann es hierbei natürlich zu Rollgewinnen oder Rollverlusten kommen.

Eine Übersicht über die Rohstoffe und Güter, die an den Terminbörsen gehandelt werden, findest du in folgendem Beitrag: Welche Güter und Waren werden an den Futures- Märkten gehandelt? →

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